Schulterblatt und Schlüsselbein als Schultergürtel: Ränder, Winkel und Gruben der Scapula, die S-Form der Clavicula und das einzige Gelenk, das den Arm mit dem Rumpf verbindet.
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Rechter Schultergürtel von oben: vorn ist oben, die Körpermitte links. Das Schlüsselbein läuft vom Brustbein zum Acromion; darunter liegt das Schulterblatt mit dem Rabenschnabelfortsatz.
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Buch: Feneis' Bild-Lexikon der Anatomie
Wolfgang Dauber · 10. Auflage, Thieme · S. 54–55
Buch: Prometheus LernAtlas der Anatomie – Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem
Schünke, Schulte, Schumacher · Thieme · Obere Extremität, Knochen
Schulterblatt 3 und Schlüsselbein 26 jeder Seite. Sie umgreifen den Brustkorb hinten und vorn wie ein halber Gürtel.
Zusammenhang
Mit dem Rumpf ist er nur an einer Stelle gelenkig verbunden, im Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk 28. Das Schulterblatt gleitet sonst nur in Muskeln eingebettet über die Rippen. Deshalb ist die Schulter so beweglich.
Merkhilfe
cingulum → Zingulum, der Gürtel am Messgewand. Gegenstück am Bein ist der Beckengürtel, der fest mit der Wirbelsäule verbunden ist.
scapulaSchulterblatt; wohl verwandt mit griech. skáptein = graben
Wo
Flacher, dreieckiger Knochen hinten auf dem Brustkorb, etwa von der 2. bis zur 7. Rippe.
Zusammenhang
Trägt die Gelenkpfanne für den Oberarm 21 und ist über das Acromion 11 mit dem Schlüsselbein verbunden. Sonst hängt es nur an Muskeln. Es hat 3 Ränder (141516), 3 Winkel (181920) und 2 Flächen (46).
Merkhilfe
Schulterblätter großer Tiere dienten früher als Schaufeln, daher wohl der Name. Vgl. Skapulier, ein Überwurf über die Schultern.
Die vordere, den Rippen zugewandte Fläche des Schulterblatts.
Zusammenhang
Fast ganz von der Fossa subscapularis 5 eingenommen. Zwischen ihr und den Rippen liegt der M. serratus anterior, der das Schulterblatt am Brustkorb hält.
Merkhilfe
costa → Kotelett (frz. côtelette = Rippchen), Interkostalraum.
Die flache Mulde, die fast die ganze Vorderfläche 4 einnimmt.
Zusammenhang
Ursprung des M. subscapularis. Er zieht vorn am Schultergelenk vorbei zum Tuberculum minus des Humerus (S. 56, Nr. 7) und dreht den Arm nach innen. Teil der Rotatorenmanschette.
Merkhilfe
fossa → Fossil, das Ausgegrabene. „sub“ heißt hier: unter dem Schulterblatt, also zwischen Schulterblatt und Rippen.
Die kleinere Grube oberhalb der Spina 7, bis zum Oberrand 16.
Zusammenhang
Ursprung des M. supraspinatus. Seine Sehne zieht unter dem Schulterdach hindurch zum Tuberculum majus (S. 56, Nr. 6) und hebt den Arm zur Seite. Von allen Sehnen der Rotatorenmanschette reißt sie am häufigsten.
Merkhilfe
supra = oberhalb, infra = unterhalb: Supraspinatus über der Gräte, Infraspinatus 10 darunter.
Das freie, abgeplattete Ende der Spina 7. Es ragt über den Oberarmkopf hinaus.
Zusammenhang
Bildet mit dem Schlüsselbein das Schultereckgelenk (12 ↔ 33). Zusammen mit dem Processus coracoideus 25 und einem Band dazwischen bildet es das Schulterdach über dem Oberarmkopf.
Merkhilfe
ákros → Akropolis (Oberstadt), Akrobat (auf Zehenspitzen gehend). Der höchste Punkt der Schulter, gut tastbar.
Kleine ovale Gelenkfläche am medialen Rand des Acromion 11.
Zusammenhang
Gelenkpartner ist die Facies articularis acromialis des Schlüsselbeins 33: Schultereckgelenk (Art. acromioclavicularis).
Merkhilfe
Spiegel-Regel: Am Acromion heißt die Fläche „clavicularis“, am Schlüsselbein „acromialis“. Jede Fläche heißt nach ihrem Partner, wie die Kerben auf S. 58.
Der lange Rand zur Wirbelsäule hin, vom oberen 20 bis zum unteren Winkel 18.
Zusammenhang
Hier setzen die Mm. rhomboidei und der M. serratus anterior an. Fällt der M. serratus anterior aus, hebt sich dieser Rand flügelartig vom Brustkorb ab (Scapula alata).
Merkhilfe
Er liegt etwa 5 cm neben den Dornfortsätzen der Wirbel und ist tastbar.
Kerbe im Oberrand 16, direkt medial vom Processus coracoideus 25.
Zusammenhang
Ein Band (Lig. transversum scapulae superius) überbrückt sie. Darunter läuft der N. suprascapularis zu den Mm. supra- und infraspinatus, darüber die gleichnamige Arterie.
Merkhilfe
Merksatz: Die Arterie geht über die Brücke, der Nerv geht unten durch.
Bei hängendem Arm liegt er etwa auf Höhe des 7. Brustwirbels, ein wichtiger Orientierungspunkt am Rücken. Hebst du den Arm, wandert er nach außen und vorn.
Die flache, birnenförmige Gelenkpfanne am lateralen Winkel 19.
Zusammenhang
Gelenkpartner ist der Kopf des Humerus (S. 56, Nr. 3): das Schultergelenk. Die Pfanne ist viel kleiner als der Kopf. Das macht die Schulter zum beweglichsten Gelenk und zu dem, das am häufigsten auskugelt.
Merkhilfe
cavus → Kaverne, konkav. Ein Knorpelring (Labrum glenoidale) vertieft die Pfanne etwas.
Ursprung des langen Kopfes des M. biceps brachii. Seine Sehne läuft durch das Schultergelenk und dann in der Rinne zwischen den Höckern des Humerus (S. 56, Nr. 8). Der Bizeps setzt an der Tuberositas radii an (S. 58, Nr. 7).
Merkhilfe
Bizeps oben, Trizeps unten 22: beide entspringen an der Pfanne, ziehen aber zu verschiedenen Unterarmknochen.
Hakenförmiger Fortsatz am Oberrand, direkt lateral von der Incisura 17. Er zeigt nach vorn und liegt unter dem Schlüsselbein.
Zusammenhang
Ansatz des M. pectoralis minor, Ursprung des kurzen Bizepskopfes und des M. coracobrachialis. Vom Fortsatz ziehen Bänder zum Schlüsselbein 34 und zum Acromion 11.
Merkhilfe
kórax = Rabe, korṓnē = Krähe: Am Schulterblatt sitzt der Raben-, an der Ulna der Krähenschnabel (S. 58, Nr. 23). Tastbar in der Grube unter dem äußeren Drittel des Schlüsselbeins.
S-förmiger Knochen vorn zwischen Brustbein und Acromion 11. Auf ganzer Länge unter der Haut tastbar.
Zusammenhang
Einzige knöcherne Verbindung des Arms mit dem Rumpf: medial das Brustbein-Gelenk 28, lateral das Schultereckgelenk 33. Sie hält die Schulter auf Abstand zum Brustkorb wie eine Strebe.
Merkhilfe
Die S-Form erinnert an einen alten Schlüssel. clavis → Klavier (die Tasten), Konklave (cum clave = verschlossen). Klinik: einer der am häufigsten gebrochenen Knochen, meist in der Mitte 30.
Bildet mit dem Brustbein das Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk (Art. sternoclavicularis), mit einer Knorpelscheibe dazwischen. Es wirkt wie ein Kugelgelenk und ist die einzige gelenkige Verbindung des Arms mit dem Rumpf.
Merkhilfe
Eine Knorpelscheibe (Discus) kennst du vom Handgelenk (S. 58, Nr. 37).
Rauigkeit für das Rabenschnabel-Schlüsselbein-Band
tuberositasRauigkeit
+ligamentides Bandes
+coraco‑Rabenschnabel(fortsatz)
+clavicularisSchlüsselbein‑
Wo
Raue Fläche unten am lateralen Ende 32. Auf ihr liegen das Tuberculum conoideum 35 und die Linea trapezoidea 36.
Zusammenhang
Hier hängt das Lig. coracoclaviculare vom Processus coracoideus 25. Es hält das Schlüsselbein unten am Schulterblatt. Reißt es bei einer Schultereckgelenk-Sprengung, steht das Schlüsselbein hoch und federt wie eine Klaviertaste (Klaviertastenphänomen).
Merkhilfe
Klavier und Clavicula kommen beide von clavis: Schlüssel bzw. Taste.
Beantworte jede Karte im Kopf, deck auf und bewerte dich selbst. Sobald du „Alles“ einmal komplett durchgegangen bist, ist die Einheit abgeschlossen, egal wie viele Karten du gewusst hast.
Tastatur: Leertaste deckt auf, 1 Nochmal, 2 Gewusst, Auswahlfragen 1–4.
Am Schultergürtel tragen fast alle Namen ein Lagewort: supra und infra, medialis und lateralis, superior und inferior. Dazu kommen ein paar griechische Bilder: Rabe, Kegel, Schulterspitze. Die Zahlen rechts zeigen, wo der Baustein vorkommt.
Der ganze Arm hängt an einem einzigen Gelenk am Rumpf: dem Brustbein-Schlüsselbein-Gelenk 28. Das Schulterblatt selbst hat keine Gelenkverbindung zum Brustkorb. Es liegt in Muskeln eingebettet auf den Rippen und gleitet darüber.
Darum ist die Schulter so beweglich: Beim Armheben dreht sich das Schulterblatt mit, und das Schlüsselbein schwenkt im Brustbein-Gelenk.
Bänder sichern die Kette:
Lig. costoclaviculare: von der 1. Rippe zur Impressio 29. Hält das mediale Ende.
Lig. coracoclaviculare: vom Rabenschnabel 25 zur Tuberositas 34, aus Lig. conoideum 35 und Lig. trapezoideum 36. Hält das laterale Ende unten.
Hinweis: Klinik: Bei einer Schultereckgelenk-Sprengung reißen diese Bänder. Das Schlüsselbein steht dann hoch und federt beim Hinunterdrücken zurück wie eine Klaviertaste (Klaviertastenphänomen).
Schulterdach und Pfanne
Rechtes Schulterblatt von außen, mit Blick auf die Gelenkpfanne. Hinten ist links, vorn rechts. Über dem Oberarmkopf bilden Acromion, Band und Rabenschnabelfortsatz das Schulterdach.
Über dem Oberarmkopf liegt ein Dach aus drei Teilen: Acromion 11, Rabenschnabelfortsatz 25 und dem Band dazwischen (Lig. coracoacromiale). Darunter läuft die Sehne des M. supraspinatus aus der Fossa 9.
Wird es unter dem Dach eng, klemmt die Sehne beim Armheben ein: Impingement, typischerweise schmerzhaft zwischen etwa 60° und 120° Abduktion.
ist flach und viel kleiner als der Oberarmkopf. Das macht die Schulter zum beweglichsten Gelenk des Körpers und zu dem, das am häufigsten auskugelt. Halt geben vor allem Muskeln.
Oben an der Pfanne entspringt der lange Bizepskopf 23, unten der lange Trizepskopf 22.
macht die Kerbe zum Loch für den N. suprascapularis
Hinweis: Spiegel-Regel: Die Gelenkfläche am Acromion heißt nach dem Schlüsselbein (12 clavicularis), die am Schlüsselbein nach dem Acromion (33 acromialis). Wie bei den Kerben auf S. 58: Jede Fläche heißt nach ihrem Partner.
Hinweis: Rotatorenmanschette, Merkwort SITS: Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor setzen am Tuberculum majus an, Subscapularis am Tuberculum minus (Humerus, S. 56, Nr. 6 und 7). Alle vier kommen vom Schulterblatt.
als harte Leiste.
Unter dem äußeren Drittel des Schlüsselbeins, in der Grube tief drücken: der Processus coracoideus 25.
Bei einer anderen Person: Margo medialis 14 und Angulus inferior 18. Legt sie die Hand auf den Rücken, hebt sich der Rand ab.
Der untere Winkel 18 liegt bei hängendem Arm auf Höhe des 7. Brustwirbels.
läuft durch das Schultergelenk und dann in der Rinne zwischen den Höckern des Humerus (S. 56, Nr. 8). Er setzt an der Tuberositas radii an (S. 58, Nr. 7).
Der lange Trizepskopf 22 zieht zum Olecranon der Ulna (S. 58, Nr. 22).
Schlüsselbein und Brustbein haben eine Knorpelscheibe im Gelenk, wie die Ulna am Handgelenk (S. 58, Nr. 37).